Weiterbildung: Systemische Paartherapie und Paarberatung
Weiterbildungsinhalte
In den einzelnen Seminaren erfolgt grundsätzlich ein lebendiger Wechsel zwischen Theorie und Praxis mit folgenden Elementen:
Theoretische Inputs, Anwendungsübungen, Supervision mitgebrachter Praxisfälle, Videoanalysen oder Live-Arbeit, Reflexion, Selbstreflexion, Selbsterfahrung in Bezug auf die eigene Paar- und Beziehungserfahrung.
Systemtheoretische und konstruktivistische Ansätze sowie systemtherapeutisches Wissen bilden das Fundament dieser Weiterbildung und werden als Basiswissen der Teilnehmenden vorausgesetzt und darauf aufbauend aufgefrischt und vertieft.
Das der Weiterbildung zugrunde liegende paartherapeutische Konzept bezieht neben dem aktuellen gegenwärtigen Kontext des Paares auch deren Vergangenheits-Erfahrungen und ihre Zukunftsperspektiven mit ein.
Die Weiterbildungsinhalte sollen
• sensibilisieren für die Implikationen der therapeutischen Triade
• helfen, ein klares Verständnis der eigenen Rolle als TherapeutIn oder BeraterIn zu erarbeiten
• einen Zugang und ein Training von öffnenden Dialogen als zentrales Arbeitsmittel ermöglichen
• eine Haltung von Respekt und Unvoreingenommenheit gegenüber KlientInnen sowie von Interesse und
Wertschätzung gegenüber deren bisherige Strategien vermitteln
• die Fähigkeit für den Kontakt und die Begegnung mit den Paaren schulen
• ein Spektrum von Interventionen, Techniken und kreativen Methoden vermitteln
Außer dem umfassenden systemischen Bezugsrahmen fließen in die Weiterbildung und das paartherapeutische Konzept Ideen, Haltungen und Impulse aus körpertherapeutischen Modellen, aus alter Tradition der Achtsamkeitsphilosophie (Sensory Awareness) sowie aus den Potentialen des nicht-choreografierten Paartanzes (Tango Argentino) ein.
Inhaltliche Schwerpunkte:
• Paare als soziale Systeme
• Paare als Sinn- und Kommunikationssysteme
• (Liebes-) Geschichten neu erfinden und/oder erzählen
• Unterscheidung von Liebesbeziehung und Partnerschaft
• Kybernetik 2. Ordnung und die therapeutische Triade
• die zentralen Konfliktmuster- und Dynamiken des Paares
• Dynamik von Geben und Nehmen, innere Kontenführung und andere marktwirtschaftliche Aspekte von
Paarbeziehungen
• Unterscheidung und Abgrenzung: Paarebene und Elternebene
• „Unerledigtes aus der Herkunftsfamilie“ - Mehrgenerationenperspektive und Genogrammarbeit
• lebenszyklische Aspekte von Paarbeziehungen: „natürliche Krisen“
• Sexualität und sexuelles Begehren in der Dauerbeziehung
• „Untreue zum Partner als Treue zu sich selbst?“ Außenbeziehungen und sonstiges Drittes
• Sehnsuchtsdilemmata: Sehnsucht nach Intimität und Verschmelzung bei gleichzeitiger Sehnsucht nach
Autonomie und Unabhängigkeit
• Verletzungen des Partners als „Entwicklungsaufträge“ umdeuten nach dem Motto „Man kann zwar den
Partner wechseln, sich selbst entkommt man aber nicht“
• Genderaspekte
• Macht, Ohnmacht und Kontrolle - Gewalt in Paarbeziehungen
• Trennung
Methodische Schwerpunkte:
• Externalisierungsgespräche
• Fragen über Fragen
• Erlebnisintensive Methoden und Übungen mit Paaren
• Körperorientierte Vorgehensweisen als Zugang zur unbewussten Dynamik- und Ressourcenebene des
Paares
• Paar-Gruppen als Form von Kurzzeitintervention
• Skulptur- und Aufstellungselemente
• Arbeit mit Ritualen
• ressourcenorientierte Hausaufgaben bzw. Experimente
• Stärkung der BeraterInnenpersönlichkeit durch Übungen zu Wahrnehmung, Kontakt, Bezogenheit und
Ausdruck
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