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Klartext sprechen – Konflikte in Zwangskontexten

Andreas Wahlster

Dieses zweitägige Seminarangebot richtet sich an psychosozial Tätige, in deren Arbeitsalltag Kontrollaufgaben und Zwangsfunktionen wesentliche Elemente sind. Das Austragen der daraus entstehenden Konflikte wird von helfenden Profis häufig als ungeliebte Herausforderung betrachtet, schließlich will man helfen und nicht kontrollieren oder einschränken.

Eine Strategie für die Bewältigung dieses Konflikts ist die „Umetikettierung“ der Kontrollmaßnahme als Hilfe: Für die betroffenen Klient*innen ein leicht zu durchschauendes Manöver, anstrengende Debatten und Kämpfe zwischen Helfer*innen und Klient*innen sind die Folge.

Das Seminar vermittelt zunächst ein systemisches Verständnis zur Unterscheidung von Hilfe und Kontrolle. Es wird demonstriert, wie „Klartext sprechen“ konkret gestaltet wird:

  • Genaue Informationen über Kontrollmaßnahmen
  • Ansprechen der Auswirkungen, wenn Klient*innen normverletzendes Verhalten beibehalten
  • Arbeiten mit „Kontrollkappe“ und „Hilfehut“
  • Haltung der Gelassenheit in Gestik, Mimik und Sprache bei auftretenden Konflikten

Diese Klarheit bei der Markierung des Kontrollkontextes sowie der professionellen Rolle erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Klient*innen Hilfsangebote annehmen.

In einem weiteren inhaltlichen Schwerpunkt werden konkrete Vorgehensweisen gezeigt, wie sog. Widerstandsverhalten als sinnvolle Ressource genutzt werden kann.
Der Referent hat über viele Jahre als Sozialarbeiter und Familientherapeut im psychiatrischen Zwangskontext gearbeitet und diverse Fachartikel zur Thematik veröffentlicht.

Termin 2020Zeiten & Kosten
21.–22.09.2020Zeiten:
1. Tag 10:00 bis 18:00 Uhr
2. Tag 09:00 bis 17:00 Uhr

Kosten:
€ 280,- Euro