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Sternstunden am Kasseler Institut

Sternstunden am Kasseler Institut

Sie möchten wieder einmal Neues lernen, Bekanntes vertiefen oder auffrischen oder sich irritieren lassen durch völlig neue Gedanken?
Sie brauchen praktische Tools und Best-Practices für bestimmte, herausfordernde Situationen, um im beraterischen und therapeutischen Alltag mal wieder neue Interventionen auszuprobieren, kreativ und innovativ zu sein?
Dann sind unsere systemischen Sternstunden für Sie genau das Richtige.
Wir bieten 60 Minuten spannende systemische Unterhaltung, kreative Aha-Effekte, und Best Practices. Alle unsere Themen sind brandaktuell und systemrelevant für Therapierende und Klient*innen.

Kosten: € 15,- pro Sternstunde

Diesen Betrag spenden wir an das Aufforstungsprojekt PLANT-MY-TREE. Für jede*n unserer Teilnehmer*innen pflanzen wir einen Baum. Mit Ihrem Klimaschutz-Beitrag in Form einer Baumspende unterstützen Sie den Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland.
GEMEINSAM mit dem KI – systemisch, ökologisch und sozial nachhaltig handeln – WIR (ver-) setzen BÄUME!
Die aktuelle Anzahl der gepflanzten Bäume veröffentlichen wir auf unserer Startseite.

Sternstunde am 27.08.2024 mit Dr. phil. Hans Lieb

„Psychische Krankheit“ und Systemtherapie: Wie passt das zusammen?

Aus systemischer Sicht sehen wir keine Kranken mit Defiziten, sondern Lebensexperten mit Ressourcen in ihren jeweiligen sozialen Kontexten. Mit dem Begriff der psychischen Krankheit verbindet sich das Gegenteil: Personen gelten als (psychisch) krank, haben entsprechende Defizite und müssen von Expert*innen davon befreit, geheilt werden. Wie passen diese Welten zusammen?

Eine komplette Ablehnung entsprechender Diagnosen galt vielen als Lösung dieses Problems. Eine andere und auch systemtheoretisch fundiertere akzeptiert die Konstruktion psychischer Krankheiten – etwa im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie und beschreibt deren Komponenten und Funktionen aus explizit systemischer Sicht. Sie findet so Lösungen für das Aufeinandertreffen beider Logiken im Therapieraum und für die damit verbundenen Paradoxien. „Systemisch“ bedeutet dann vermittelst der Systemtheorie eine konstruktiv-kreative Metaposition zu dieser Begegnung einzunehmen und nicht im pro oder contra stecken zu bleiben.

Inhalte des Vortrags: Systemische Standardkritik an psychiatrischen Diagnosen; die Eigenlogik des Konzeptes der psychischen Krankheit; systemische Erklärungen für die mit dem Krankheitsbegrifft markierten Symptomatiken; Systemische Interventionen auf diesem Gebiet.

Zeit: 19:00 bis 20:00 Uhr

Anmeldung zur Sternstunde

Bitte kaufen Sie das Ticket über diesen Link.

Bei weiterführendem Interesse bieten wir vom 17.–18.09.2024 ein Seminar mit Hans Lieb zu diesem Thema an.

Sternstunde am 24.09.2024 mit Angelika Eck

„Der erotische Raum und die Ambivalenz des Begehren“

Sexuelles Begehren ist nomadisch. Es lässt sich weder einfangen noch aus dem Nichts erzeugen. Es ist ambivalent. Intensive Lust touchiert vielleicht auch unangenehme Gefühle. In Beziehungen ist die Frage: Muss ich begehren? Darf ich (was anderes) begehren? Ich will nicht, aber ich will / sollte wollen. Und wie ist es mit dem sexuellen Genuss? In der Sternstunde erkunden wir an Hand von Fallbeispielen, Input und Selbstreflexion, wie die Ambivalenz des Begehrens sexualtherapeutisch genutzt werden kann bei Konflikten mit Lustlosigkeit.

Zeit: 19:00 bis 20:00 Uhr

Anmeldung zur Sternstunde

Bitte kaufen Sie das Ticket über diesen Link.

Sternstunde am 28.01.2025 mit Dr. Antonia Pfeiffer

„Erinnerungsupdate – ein Paradigmenwechsel in der Traumatherapie“

Emotionale Erinnerungen sind für immer.“ So schrieb im Jahre 1994 Bessel van der Kolk. Und Gerhard Roth erklärte im Jahr 2015 „Die Amygdala vergisst nicht.“ Beide sind wirkliche Experten auf ihrem Gebiet. Und doch stimmen ihre Aussagen in dieser Absolutheit nicht. Wie kamen sie zu ihrer Einschätzung? Und welche Erinnerungen meinten sie?

Sie meinten Ängste, Trauma-Reaktionen, doch auch Glaubenssätze, emotionale (Über)-Reaktionen aller Art, hartnäckige Verhaltensweisen zählen zu diesen emotionalen Erinnerungen. Diese galten tatsächlich für lange Zeit als „unveränderbar“.
Und zwar aus einem fast skurrilen Grund: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden in der Angstforschung vor allem ein einziges Experiment untersucht. In diesem kamen einmal verlernte Ängste immer wieder zurück. Dies wurde so oft in Laboren der Welt und im echten Leben beobachtet, dass irgendwann die kollektive Überzeugung entstand, dass emotionale Erinnerungen tatsächlich unveränderbar sind.

Dabei gab es schon immer Labore, die zu ganz anderen Ergebnissen kamen:
Wenn emotionale Erinnerungen unter bestimmten Rahmenbedingungen aktiviert werden, konnten sie sich verändern. In den letzten 30 Jahren wurde dieses Phänomen, das ich Erinnerungsupdate nennen möchte, intensiv erforscht, wobei ganz unterschiedliche Studien ähnliche, charakteristische Ergebnisse erzielten: ein plötzliches Abklingen teils langjähriger physiologischer und psychologischer Symptome, das auch bei Stress und in neuer Umgebung bestehen blieb.

Die Ergebnisse sind aus zwei Gründen relevant für die Traumatherapie:
Zum einen verspricht der Prozess des Erinnerungsupdates eine bessere Wirksamkeit bei der PTBS, als Expositions- und Konfrontationstherapien.
Zum anderen ähneln das Sitzungsprotokoll und die Ergebnisse Prozessen und Ergebnissen etablierter Trauma-Therapieverfahren wie PEP und EMDR.

In ihrem Vortrag möchte Antonia Pfeiffer die grundlegenden Prinzipien des Erinnerungsupdates erklären und darauf eingehen wie und warum wir dieses Wissen in der Traumatherapie, aber auch im Coaching anwenden können.

Zeit: 19:00 bis 20:00 Uhr

Hier finden Sie in Kürze den Link zum Ticket-Verkauf.

Am 19. und 20. Februar 2025 bieten wir außerdem ein Seminar zu „Selbstfürsorge mit PEP“ mit Dr. Antonia Pfeiffer an.