Weiterbildung in Systemisch-integrativer Traumapädagogik und traumazentrierter Fachberatung

Leitung: Cornelia Götz-Kühne und Ulrike Reddemann unter Mitwirkung von Evelyn Heyer und Gerald Möhrlein.

Die Arbeit mit traumatisierten Menschen stellt Fachkräfte in psychosozialen, pädagogischen oder medizinischen Berufsfeldern vor große Herausforderungen und führt nicht selten bis an die Grenzen der Belastbarkeit.

Mit unserer Weiterbildung „Systemisch-integrative Traumapädagogik und traumazentrierte Fachberatung“ bieten wir Ihnen fundierte fachliche Grundlagen und Konzepte, um traumatisierte Menschen professionell, lösungs- und ressourcenorientiert unterstützen zu können.

Traumatisierende Erfahrungen wie psychische, körperliche und sexuelle Gewalt, Unfälle, schwere Erkrankungen, Verlust- oder Vernachlässigungserfahrungen hinterlassen bei betroffenen Menschen oft schwerwiegende psychische und körperliche Probleme. Sie leiden unter Ängsten, Vermeidungsstrategien, Depressionen oder entwickeln selbstschädigendes Verhalten. Oft können die Verhaltensweisen von den Betroffenen selbst, aber auch von Fachkräften, nicht erklärt oder nachvollzogen werden. Das führt auf beiden Seiten zu Gefühlen der Unsicherheit, Hilflosigkeit und Überforderung. Das Bewusstsein und das Wissen, wie sich traumatische Erlebnisse lebenslang auswirken können, gewinnt deshalb in sozialen Berufen eine immer größere Bedeutung.

Basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen bietet die Weiterbildung „Systemisch-integrative Traumapädagogik und traumazentrierte Fachberatung“ fundiertes Wissen und praxistaugliche Handlungsstrategien für den Umgang mit traumatisierten Menschen.

Zielgruppe

Das Curriculum ist konzipiert für Fachkräfte in psychosozialen, pädagogischen oder medizinischen Berufsfeldern mit sozialadministrativen, erzieherischen und/oder pflegerischen Aufgabenstellungen, die ihre Handlungsmöglichkeiten in der Arbeit mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Bezug auf Traumafolgestörungen erweitern wollen.

Weiterbildungsinhalte

Die Schwerpunktsetzung des Curriculums liegt auf der Integration vielfältiger Methoden:

  • Stabilsierung und Resillienzförderung, insbesondere aus systemischen und hypnosystemischen Verfahren
  • ressourcenorientierte Verhaltenstherapie
  • psychodynamisch-imaginative Traumatherapie
  • verschiedener körperorientierte Verfahren

Auf Achtsamkeit und Selbstfürsorge der Teilnehmer*innen legen wir großen Wert. Sie wird in allen Modulen berücksichtigt.

Das Curriculum basiert auf einer grundlegenden Haltung der Wertschätzung in der professionellen Begleitung von Menschen mit Traumafolgestörungen. Jedes Modul beinhaltet sowohl die Vermittlung theoretischen Wissens als auch die Einübung praktischer Vorgehensweisen in Kleingruppen.

Modul 1

Einführung in die Psychotraumatologie: Geschichte, Hintergrund und Behandlung von Traumafolgestörungen  – Grundlagen und Grundstrategien in der Traumapädagogik, Grundhaltungen in der Beziehungsgestaltung, Vermittlung von grundlegenden Stabilisierungstechniken, Resilienzförderung, Traumapädagogische Diagnostik.

Modul 2

Psychische Stabilisierung, Komplextrauma, Möglichkeiten der traumaspezifischen Arbeit mit verletzten und verletzenden Anteilen auf der inneren Bühne, Stabilisierungsarbeit mit komplex traumatisierten Menschen, Affektregulation.

Modul 3

Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biographie und Gegenwart, Entstehung und Auswirkung eines Bindungstraumas, Trauma und Gewalt, insbesondere sexuelle Traumatisierung, traumaspezifische Krisenintervention bei dissoziativen Zuständen.

Modul 4

Soziale Stabilisierung, Voraussetzungen und Möglichkeiten interaktioneller Elemente der Stabilisierung, traumaspezifische Kriseninterventionen in Institutionen und Schule, notwendige institutionelle Bedingungen. Dissoziationsstopps im pädagogischen Alltag.

Modul 5

Traumaverarbeitung und Integration in pädagogischen Kontexten, Unterschiede der Traumaarbeit in Psychotherapie, Beratung und pädagogischen Arbeitsfeldern, Unterstützung und Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse, Umgang mit selbstschädigendem und suizidalem Verhalten.

Modul 6

Traumapädagogisches Vertiefungsseminar

Mit speziellen Schwerpunkten wie traumapädagogischer Gruppenarbeit, traumasensibler Elternarbeit, bindungs- und beziehungsorientierter Pädagogik, transgenerationale Traumatisierung, Burnout-Prävention sowie weiterer Vertiefungen orientiert an den Bedürfnissen der Gruppenteilnehmer*innen.

Wir sind anerkanntes Mitgliedsinstitut der Systemischen Gesellschaft (SG) und somit den hohen Qualitätsstandards sowie Ethikrichtlinien der SG verpflichtet und nach den Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) anerkannt.