Weiterbildung in Systemischem Elterncoaching

Leitung: Andreas Wahlster

Mit unserer Weiterbildung „Systemisches Elterncoaching“ erwerben Sie umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten, Eltern in familiären Krisensituationen situativ, praxis- und lösungsorientiert zu beraten und zu stärken.

Die Nachfrage dieser speziellen Form der Unterstützung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In der stationären und ambulanten Jugendhilfe, in Familien-Beratungsstellen, Schulen, Kitas wie auch in der ambulanten Praxis wird ein passgenaues und lebendiges Vorgehen für die jeweiligen Eltern und Familien benötigt.

Viele Eltern fühlen sich heute mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert und allein gelassen. Allgemein gültige Regeln haben anscheinend ausgedient, soziale und ethische Werte sind oft nicht mehr eindeutig bestimmbar. Über „richtige“ Erziehungsstile und -methoden werden in der Ratgeber-Literatur und in den Medien kontroverse und zum Teil sehr heftige Auseinandersetzungen geführt.

Bei Eltern führt das zu einer Verunsicherung, wie sie ihren Kindern angemessen begegnen können und sie geraten in scheinbar aussichtslose Erziehungssituationen. Profis, die mit Eltern arbeiten, sehen sich einer immer größer werdenden Zahl von Eltern gegenüber, die unter Druck stehen und schnelle und effektive professionelle Lösung suchen.

Profis können durch diesen Druck in sehr herausfordernde Situationen geraten, weil sie sich aufgefordert fühlen, diese schnellen Lösungen bieten zu müssen.

Systemisches Elterncoaching lenkt den Blick von den Problemen und Defiziten in den Familien hin zu den Ressourcen und dem elterlichen Veränderungspotential.

Mit unserer Weiterbildung zeigen wir Wege auf, wie Eltern in schwierigen und extrem belastenden Situationen ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen können.

Uns ist es ein zentrales Anliegen, Sie zu befähigen, den Herausforderungen Ihres Arbeitsalltags mit Gelassenheit und Vertrauen in die Wirksamkeit Ihres Handelns zu begegnen.

Zielgruppe

Fachleute aus dem erzieherischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Bereich sowie
alle professionellen Helfer*innen, die mit Eltern arbeiten.

Weiterbildungsinhalte

1. Seminar

  • Herausforderungen in der Arbeit mit Eltern
  • Haltungen und Prinzipien systemischer Beratung: Neutralität, Zirkularität, Kontextklärung
  • „Wenn man sich in ein Taxi setzt, sollte man möglichst wissen, wohin man will“: Auftragsklärung, Kontraktierung und Zielfindung
  • Übungspraxis, Methodendemonstration, Fallsupervision und Prozessbegleitung (gilt für alle Seminare)

2. Seminar

  • stärkende und schwächende Glaubenssätze von und für Eltern
  • zur Entstehung elterlicher Angst: Der Angstkreislauf
  • Angst, Schuld und Scham – die Bausteine des Dramas
  • Übungen für „schwache“ Eltern
  • „Wie sich Baron Münchhausen mit eigener Kraft aus dem Sumpf zog“: Ressourcen – und Lösungsorientierung
  • zirkuläre Frageformen

3. Seminar

  • aus der Herkunftsfamilie Kraft schöpfen: Biographische Arbeit mit Eltern, Arbeit mit Genogrammen
  • Arbeit mit inneren Anteilen und Symbolen im Einzel- und Gruppenkontext
  • spezifische Methoden: Briefe, Mails, Telefonate, SMS
  • Techniken zum Umgang mit zwei professionellen Rollen: Hilfe und Kontrolle

4. Seminar

  • den Moment nutzen: Gespräche zwischen Tür und Angel
  • für Handeln gibt es keinen Ersatz: Das Modell der elterlichen Präsenz
  • wenn nichts mehr hilft: Der kämpfende Teil der Elternschaft – Konzept und Praxis des gewaltlosen Widerstands
  • die Persönlichkeit der*des Coachenden: Haltungen und Präsenz
  • der spezifische Kontext von Elterncoaching: Präsenz und Beziehungsgestaltung

5. Seminar

  • was Kinder brauchen – Grundbedürfnisse von Kindern
  • gefragte Kinder: Eltern fragen – Kinder antworten: eine DVD für die Elternberatung
  • Elternarbeit in Gruppen: Gruppenformen (geschlossen, offen, themenbezogen etc.)
  • Grundzüge der Multifamilientherapie

6. Seminar

  • Prozesssteuerung und Selbstsupervision
  • doppelt genäht hält besser: Rückfallprophylaxe und Familiennetzwerke
  • Kooperation macht Sinn: Netzwerkbildung der Helfer*innensysteme
  • jede Beratung hat ein Ende: Einen guten Abschluss finden

Wir sind anerkanntes Mitgliedsinstitut der Systemischen Gesellschaft (SG) und somit den hohen Qualitätsstandards sowie Ethikrichtlinien der SG verpflichtet und nach den Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) anerkannt.